Manifest

Für eine integrierte Immobilienwelt

Integration der Immobilienwelt bedeutet, diese als Teil gesellschaftlicher, ökologischer und wirtschaftlicher Zusammenhänge zu begreifen, marktfähige Antworten auf die jeweiligen Herausforderungen zu finden und den Kundenbedürfnissen entsprechende Angebote und Prozesse zu schaffen. Dabei ist die Digitalisierung auch in der Immobilienindustrie der wichtigste Treiber der Produktivitätssteigerung und gleichzeitig auch der Schlüssel zur Lösung der drängenden gesellschafts-, klima- und energiepolitischen Herausforderungen.

Kunden

Nutzer

  • Nutzerbedürfnisse stehen im Zentrum unseres Denkens und Handelns.
  • Zahlungsbereitschaft und -fähigkeit geben den Rahmen.
  • Lösungen und Produkte sollen begeistern.

 

Besteller

  • Besteller haben ein Recht auf Transparenz, Verlässlichkeit und Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus ihrer Immobilie.
  • Kompetente Besteller kennen ihre Bedürfnisse und formulieren klare Aufträge.
  • Bestellerkompetenz benötigt geeignete Werkzeuge sowie entsprechende Daten-, Vertrags- und Vorgehensmodelle.

Gesellschaft

  • Die gebaute Umwelt bestimmt unsere Lebensqualität massgeblich mit.
  • Schönheit, Nutzen und Beständigkeit prägen die Architektur.
  • Städtebau und Architektur beeinflussen die Qualität des gebauten Produkts.
  • Der Weg beeinflusst das Resultat, dieses ist aber entscheidend.
  • Gelungene Partizipation bedingt eine konstruktive und kooperative Haltung aller Beteiligten, NIMBY-Mentalität ('Not In My Backyard') ist destruktiv und unkooperativ.

Digitalisierung

Technologiepotenziale

  • Die frühzeitige Beschäftigung mit technologischen Entwicklungen und Innovationen macht das Optimierungspotenzial entlang der gesamten Wertschöpfungskette sichtbar.
  • Interoperabilität und standardisierter Informationsaustausch ermöglichen eine effiziente, interdisziplinäre Zusammenarbeit.
  • Building Information Modelling – BIM, digitaler Datenzugang, intelligente Baustelle, Industrie 4.0, Internet der Dinge, additive Fertigung und Off-Site-Fertigung halten Einzug.
  • Big Data hilft, Muster zu erkennen und aussagekräftige Schlussfolgerungen zu ziehen und setzt somit neue Massstäbe für Simulationen und Visualisierungen.

Prozesspotenziale

  • Die Vernetzung, Synchronisation und Integration von Planung, Bau und Betrieb nach dem Prinzip «Reduce to the max» ist anzustreben.
  • Voraussetzung dabei: «Begin with the end in mind».
  • Wettbewerbe, Vermarktung, Bewilligungsverfahren und Bewirtschaftung werden digital.
  • Digitale Beschaffungsplattformen und punktgenaue Lieferketten unterstützt durch digitale Stadt- und Baulogistik sorgen für effiziente Bestellung, Anlieferung und Einbau.

Potenzial Mensch

  • Eigenverantwortung, Leadership, gesunder Menschenverstand und das Vier-Augen-Prinzip leiten unsere Arbeit.
  • Unsere hohe Fehler- und Streitkultur vermeidet langwierige Konflikte. Dabei gilt: «Fail cheap and fast» anstatt «Save my ass».
  • Wir sind innovativ, agil, unternehmerisch, nachhaltig und vermeiden «Mikado-Management».

Unternehmerische Wettbewerbsfähigkeit

Ecosysteme

  • Wir betreiben differenzierte, integrierte Geschäftsmodelle in Werkgruppen.
  • Dabei setzen wir auf Kollaboration, neue Arbeitsformen und Arbeitswelten.
  • Mit vernetztem Wirken erreichen wir Best-in-Class-Lösungen.

Produktivitätssteigerung

  • Präzise Produktedefinition und hohe Bestellerkompetenz ermöglichen uns frühere und bessere Entscheide.
  • Bau- und betriebsoptimiertes Engineering erfolgt am digitalen Bauwerksmodell.
  • Eine prozess-, kosten- und qualitätsoptimierte Supply Chain prägt und optimiert die Ausführung.

Knowhow-Plattform

  • Innovationskraft bedingt Wissensaustausch zwischen Unternehmen, Bildungseinrichtungen, Verbänden und Politik.
  • Wir setzen Innovation praktisch in unseren Projekten um – und theoretisieren nicht in «Labs».
  • Wir integrieren Startups als Quelle neuer Denk- und Lösungsansätze.

Ressourceneffizienz

Kreislaufwirtschaft

  • Lineare Abwicklungsmodelle und schrittweises Vorgehen sind überholt.
  • Wir setzen auf Ressourcenschonung im Bauprozess.
  • Höhere Businessintelligenz erreichen wir mit durchgängigen, weiter verarbeitbaren Informationen und Daten.
  • Digitale Bauwerksdokumentation und ein transparenter Materialeinsatz über das gesamte Leben einer Immobilie helfen, Ressourcen zu schonen.

Lebenszykluskosten

  • Maximal verlässliche Lebenszykluskosten-Benchmarks schaffen Bestellerkompetenz und unterstützen frühzeitige strategische Entscheide für Immobilien-Investitionen.
  • Wir glauben an die Symmetrie von Erstellungs- und Lebenszykluskosten.
  • Nutzerkosten sollen künftig flächendeckend im Flatrate-Modell verrechnet werden.
  • CO2-Emissionen werden als Kosten mit eingerechnet.

    CO2-Emissionen

    • Der massgebliche Hebel für einen zeitnahen CO2-Absenkpfad der Immobilienwelt liegt in der energetischen Erneuerung des bestehenden Gebäudeparks.
    • Wir vermeiden fossile Brennstoffe.
    • Wir setzen auf Synergien bei Energieformen und Verbrauchern über die Parzellengrenzen hinweg.
    • Betrachtungen zur Energieeffizienz erfolgen ganzheitlich und beziehen Geräte und Anlagen sowie Nutzerverhalten, aber auch die graue Energie für den Bauprozess und das Material mit ein.
    • Wir setzen auf Wirkung, nicht auf Labels.

    Raum- und Stadtentwicklung

    Mobilitätslösungen

    • Wir setzen auf ressourcengerechte, kombinierte Lösungen.
    • Arbeits-, Einkaufs- und Freizeitverhalten beeinflussen die Mobilitätsbedürfnisse.
    • Elektromobilität und autonomes Fahren werden die individuelle Mobilität der Zukunft prägen.
    • Die Beurteilung der Mobilitätsangebote soll auf Kostenwahrheit beruhen.
    • Parkplatzvorgaben müssen flexibel erfolgen.

    Nutzungs- und Biodiversität

    • Nutzungsdurchmischung und soziokulturelle Vielfalt schaffen Qualität.
    • Effiziente Grundrisse und intelligente Ausstattung ermöglichen die Reduktion des Wohnflächenverbrauchs.
    • Das Angebot an günstigem Wohnraum muss ausgebaut werden.
    • Heimatschutz und Denkmalpflege sind ein berechtigte Anliegen; aber in gleichem Masse auch die zukunftsgerichtete Weiterentwicklung.
    • Der bewusste Umgang mit Flora und Fauna bewirkt eine Aufwertung der Biodiversität.
    • Wir wollen die Potenziale der Shared Economy nutzen.

    Innenverdichtung

    • Dichte ist ökologisch und schliesst Qualität nicht aus – vorausgesetzt soziale, architektonische, wirtschaftliche und umweltpolitische Aspekte stehen im Einklang.
    • Wir sorgen für einen sorgfältigen Umgang mit Landressourcen.
    • Durch Begrünung der Freiräume, Verschattung von Gebäuden, Plätzen und Wegen erhalten wir ein angenehmes Stadtklima und eine hohe Aufenthaltsqualität.
    • Die Bodenkosten pro Nutzungseinheit müssen reduziert werden.
    • Wir fordern einen Ausnutzungs-Bonus bei Ersatzneubauten und Renovationen sowie eine Ausnützungsziffer von 3,0 für zentrale Lagen.