Arbeitsgruppen

Es freut uns auserordentlich, dass die verschiedenen Arbeitsgruppen bereits ihre Tätigkeit aufgenommen haben. Die Gruppen bearbeiten die Themen Besteller-Kompetenz, Design-Build sowie Operation (ehem. Kundenprozesse).

Besteller-Kompetenz

Im Zusammenhang mit mangelnden Innovationskraft und Produktivität wird gerade in der Bau- und Immobilienbranche jeweils rasch und vorwurfsvoll die mangelnde Besteller-Kompetenz erwähnt. Währenddem andere Branchen einen Besteller als Kunden behandeln und ihn entsprechend unterstützen, ist dies in der Bau- und Immobilienbranche noch weniger der Fall – vielmehr wird er für sein mangelndes Wissen getadelt.

Unser Manifest versteht Besteller, Nutzer und Gesellschaft als Kunden, die ein Recht auf Transparenz, Verlässlichkeit und Sicherheit über den gesamten Lebenszyklus der geplanten Immobilien haben und entsprechend angeleitet und unterstützt werden sollen. Kompetente Besteller kennen ihre Bedürfnisse und formulieren klare Aufträge. Besteller-Kompetenz benötigt geeignete Werkzeuge sowie entsprechende Daten-, Vertrags- und Vorgehensmodelle!

Die Arbeitsgruppe im Do Tank Besteller-Kompetenz fokussiert sich in erster Priorität auf die erste Phase im Lebenszyklus. Die virtuelle Stadtentwicklung hat riesiges Potenzial, den städtebaulichen und architektonischen Entwicklungsprozess zu revolutionieren. Das virtuelle Stadtmodell Luucy erlaubt die Modellierung baulicher Volumen und die Simulation von Abläufen mit kontinuierlich verbesserten Datenmodellen mit dem Ziel, dem Besteller höhere Transparenz und bessere Entscheidungs- und Kommunikationsgrundlagen in digitalen Wettbewerben zu bieten und damit die Basis für einen durchgängigen digitalen Prozess zu legen – auch, was stark eingrenzende und letztlich den Bau verteuernde Normen und komplizierte, zeitraubende Bewilligungsverfahren angeht.

Wie kann eine optimale Symbiose zwischen Lebenszyklus, Architektur, Nutzen und Wirtschaftslichkeit gefunden werden? Wie werden kreative Planungsprozesse unterstützt? Welche sind die aktuellen Möglichkeiten? Wo soll die Reise hingehen?

Leitung: Matthias Knuser (Raumgleiter AG)

Design-Build

Die Projektabwicklung mittels Design-Build ist die Basis für die interdisziplinäre und interaktive Zusammenarbeit von Planern, Ausführungsunternehmungen und Betriebsspezialisten am digitalen Zwilling (BIM). So entwickelte und realisierte Projekte werden der Bau- und Immobilienbranche in den nächsten Jahren einen starken Innovationsschub verleihen, der sich sowohl in höherer Qualität wie auch Produktivität auf der Baustelle wie auch im Gebäudebetrieb zeigen wird.  Diese neuen, integrierten Prozesse bedingen indes neue, innovations- und produktivitätsunterstützende Leistungs- und Entschädigungsmodelle. Die immer noch verbreitete, von der Wettbewerbskommission mittlerweile allerdings abgesetzte Leistungs- und Honorarordnung des SIA koppelte die Entschädigung der Architekten und Planer direkt an die Höhe der Baukosten, wodurch gerade in den ersten Projektphasen ein Interessenskonflikt bei der Kostenschätzung entstand.

Künftig werden Ausschreibungen früh und funktional erfolgen. Einzelne Unternehmer oder ganze Werkgruppen müssen dann zeigen, wie sie eine Aufgabe innovativ, nachhaltig und zu einem vernünftigen Preis lösen. Gewinner ist also nicht mehr einfach der Billigste, sondern jener mit der intelligentesten Lösung.

Künftige Leistungs- und Vertragsmodelle sollen entsprechend am Mehrwert orientiert und transparent sein. Solche Modelle sind zentrale Erfolgsfaktoren für einen entsprechenden Produktivitätssprung der Branche und es ist offensichtlich, dass Produktivitätssteigerungen nur im beabsichtigten Mass zustande kommen, wenn die neuen Prozesse auf bestehende ineffektive Abläufe und Aufgaben verzichten. Die Arbeitsgruppe Do Tank Design-Build erarbeitet deshalb zeitgemässe Leistungs- und Honorarmodelle und zeigt, wie Partner in der vertikalen Wertschöpfungskette frühzeitig involviert werden, um möglichst effektive und effiziente Arbeitsabläufe zu ermöglichen und damit auch Fehler und Kosten zu reduzieren. Darüber hinaus eruiert und benennt sie auch die «Jobs to be left behind».

Leitung: Ivo Lenherr (fsp Architekten AG)

Operation (ehem. Kundenprozesse)

Der heutige Immobilienbetrieb ist geprägt von einer gewachsenen Landschaft kaum verbundener Einzelanwendungen. Diese sollen in eine Infrastruktur mit nahtlos verbundenen, Cloud-basierten Anwendungen transformiert werden, die eine radikale Standardisierung und Automatisierung der Verwaltungsprozesse ermöglicht. Effizienzsteigerungen von 30 Prozent oder mehr wären dadurch möglich.

Bereits während der Nutzungsphase muss dazu die nächste Generation von Immobilien-Dienstleistern aufgebaut werden: der digitale Operator. Angestrebt ist der Wechsel von einem reaktiven, verwaltungsorientierten Modell zu einem vollständig digitalen, vorausschauenden und nutzerzentrierten Servicemodell , das die Rolle des Mieters als wichtigsten Werttreiber von Immobilienunternehmen wertschätzt.

Entscheidend wird dafür eine absolut offene System-Infrastruktur sein sowie die Integration moderner Managementprinzipien und Organisationsformen, die sich an Wertschöpfung und Kundenzufriedenheit orientieren und falsche Anreize, wie beispielsweise anteilige Vergütung in Abhängigkeit von der Miete, beseitigen. Die Festlegung der Anforderungen an den digitalen Operator ist gleichzeitig die Grundlage für die Festlegung der Datenmodelle, welche aus dem Design-Build-Prozess im Sinne von BIM2- oder BIM4-Operation entwickelt werden sollen. Dieser Schritt der Arbeitsgruppe Do Tank Kundenprozesse ist ein zentraler Schritt für die Initiierung einer Kreislauf-Wirtschaft!

Gruppenleitung: Stefan Zanetti (Allthings Technologies AG)